An der Grenze zwischen Bayern und Tschechien liegt einer der ältesten Nationalparks Bayerns. Mit seinen vielfältigen Waldlandschaften, Bergen, Tierwelt, und Wasserfällen ist der Bayerische Wald buchstäblich eine Traum-Location für Fotografen. Schon seit Anfang 2018 hat dieser Ort mein Interesse geweckt. Deshalb war ich sehr erfreut, als ich die Möglichkeit bekommen habe, den Nationalpark in Zusammenarbeit mit dem Bio-Hüttendorf 7 Sentidos zu erkunden – natürlich, Kamera inklusive.

Mit einer großen Auswahl an Möglichkeiten (und nicht so vielen Infos zu versteckten Fotospots!), wird man leicht überwältigt. Ich zumindest stellte mir die Frage: wohin soll ich gehen und was kann ich in diesem atemberaubenden Nationalpark alles einfangen? Die gute Nachricht ist: Während meiner Reise habe ich meine Top-5-Spots für atemberaubende Fotos in und um den Park entdeckt. Also, bevor ihr ziellos durch den Wald wandert, schnallt euch an und liest weiter!


Das Wildgehege in Lusen

Auf über 250 Hektar beherbergt das Wildgehege am Nationalparkzentrum Lusen über 40 verschiedene Tierarten im Bayerischen Wald. Die Fahrt nach Lusen ist ein bezauberndes Erlebnis für sich allein, denn hohe Tannen verschlingen die einsame, ruhige Straße. Im Gehege ist das ruhige Geräusch von Vogelgezwitscher und Rascheln der Bäume der perfekte Weg, um die vielfältigen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu entdecken. Vor allem der Luchs – der in den 1970er Jahren wieder im Wald angesiedelt wurde – ist ein ganz besonderes und elegantes Motiv für jeden Fotografen.

Profi-Tipp: Bei Tierfotos im Freien gehört ein Teleobjektiv und robustes Stativ unbedingt in die Reisetasche. Die Tiere befinden sich in der Regel in der Ferne und sind häufig unterwegs. Während meiner Reise habe ich das Fujifilm FUJINON XF 50-140mm mit einem 2x Telekonverter und einem Rollei C5i Carbonstativ benutzt, um die Tiere einzufangen.

Auf der Jagd nach Wasserfällen

Mitten in der Tiefe einer Waldschlucht befinden sich die mystischen Rißlochfälle und der atemberaubende Hochfall. Der Hochfall ist der zweithöchste Wasserfall im Bayerischen Wald und zeichnet sich durch seine starke Strömung aus. Die Rißlochfälle fließen den Bayerwaldberg runter und lassen sich aus mehreren Blickwinkeln ideal erfassen. Beim Besuch der Wasserfälle ist außerdem zu beachten, dass bei starkem Schneefall der Weg durch umgestürzte Bäume versperrt sein kann, was die Wanderung etwas erschwert (wie bei mir!).

Profi-Tipp: Um den schönen nebligen Look von Wasser einzufangen sind ein ND-Filter und Intervalometer ein Muss. Verwendet den Intervalometer, um verwackelte Bilder zu vermeiden und schraubt euren ND-Filter auf, um mehr Dynamik in euer Foto zu bringen. Zu meinen Favoriten gehören das HAIDA NanoPro ND 3.0 und das Hähnel Giga T Pro 2 Intervalometer.

Der Baumwipfelpfad

Eine ganz besondere Location im Bayerischen Wald ist der Baumwipfelpfad, der sich durch Buchen, Tannen und Fichten vorbeischlängelt. Für einen Fotografen ist der Aussichtsturm besonders interessant. Der kurvige Weg zum Gipfel ermöglicht mehrere Aufnahmewinkel und atemberaubende Panoramablicke von oben.

Profi-Tipp: Dieser Ort ist bei Touristen und Familien sehr beliebt. Um die besten Aufnahmen von der Location zu machen, muss man sehr früh oder beim bewölktem Wetter vor Ort sein. Nicht zu vergessen ist auch ein Weitwinkelobjektiv. Ich hatte meinen Favorit, den Fujifilm FUJINON XF 10-24mm dabei.

Feuer und Flamme

Wie oft im Leben sieht man, wie ein Weinglas oder eine Vase live hergestellt werden? Mit einer langen Tradition der Glasherstellung ist der Bayerische Wald der perfekte Ort, um dieser Kunstform näher kennenzulernen. Während meiner Reise hatte ich das Glück, die Familie Eisch kennenzulernen, die das historische GlaSensium betreiben – eine Glashütte, die schon seit über 70 Jahren handgefertigtes Glas produziert. Die Besichtigung der Hütte bietet eine neue Perspektive auf das Handwerk, seine Komplexität und die Kreativität, die in der Herstellung einer Glasform steckt.

Profi-Tipp: Geht so nah wie möglich an euer Motiv ran: Es mag brennend und beängstigend sein, aber der Betrachter eures Fotos möchte das Feuer und die Hitze sehen, die bei der Herstellung der schönen Glasformen entstehen. Verwendet euer Teleobjektiv mit schneller Belichtungszeit, um die Flammen bei der Herstellung zu erfassen.

Grenzüberschreitung zum Böhmischem Wald

Für die endlosen Entdecker – dieser Tipp ist für euch. Direkt über die Grenze des Bayerischen Waldes liegt ein weiteres verstecktes Juwel. Der Böhmerwald (Šumava) in der Tschechischen Republik unterscheidet sich stark von seinem bayerischen Pendant, ist aber ebenso reich an Waldlandschaften. Mein Lieblingsplatz im Böhmerwald war die Stožec-Kapelle, die sich zwischen zwei kleinen, ziemlich verlassenen Dörfern befindet (Hallo? Ist da jemand?). Mit ihrem Holzbau von 1791 passt die Kapelle perfekt in die böhmische Waldlandschaft.

Profi-Tipp: Anstatt die Kapelle von vorne zu fotografieren, sucht nach interessanten Winkeln um sie einzufangen. Ich benutzte mein Fujinon XF 10-24mm Objektiv mit der spiegellosen Fuji X-T2 Kamera, um die Kapelle in ihrer Waldumgebung darzustellen.


Übernachtungsmöglichkeiten im Bayerischen Wald

Als Reise- und Landschaftsfotografin sind mir die Themen Nachhaltigkeit und Naturschutz sehr wichtig. Wenn wir unsere schönen Landschaften und die einzigartige Tierwelt zerstören, was gibt es dann schließlich zu fotografieren?

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, während meiner Reise mit dem Hüttendorf 7 Sentidos (7 Sinne) zusammenzuarbeiten, dessen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Wohlbefinden für Geist, Körper, Seele und die Umwelt liegt. Bestehend aus sieben “Casitas” (Hütten), vereint 7 Sentidos lokale bayerische Gastfreundschaft mit spanischem Urlaubsflair. Die freundlichen Gastgeber Melanie und Simon konzentrieren sich auf kunststofffreie Produkte, regionale Kost und köstliche, hausgemachte, vegetarische Gerichte. Das Shampoo kommt in Form einer duftenden Seife, es gibt eine private Sauna und einen hellen Yogaraum. Und das Beste: Die Landschaften und Fotospots sind nur einen Katzensprung entfernt.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Leidenschaft, Sorgfältigkeit und Liebe, die Melanie und Simon in 7 Sentidos stecken. Jeder Gast ist etwas Besonderes. Jedes Erlebnis ist einzigartig. Jede Hütte ist anders. Der Schwerpunkt liegt auf einem persönlichen Erlebnis und einem unvergesslichen Aufenthalt. Deshalb ist dies für mich definitiv eine Bonus-Location, den ihr während eurer Reise zum Bayerischen Wald besuchen solltet!


In meinem Kamerarucksack